Wie der Einsatz in Char Darrah aussieht

Drei Soldaten gefallen, mehrere schwer verletzt: Der Karfreitag ist ein schwarzer Tag für die Bundeswehr, aber vor allem für die Familien der Betroffenen. Sie brauchen jetzt jede Unterstützung, um damit fertig zu werden. Aber auch bei den Angehörigen derer, die derzeit in Afghanistan Dienst tun, werden die Todesfälle die ständige Angst noch verstärkt haben. Genauso wird es den Familien der irrtümlich getöteten afghanischen Soldaten gehen.

Doch beide Fälle müssen erst untersucht werden. Aus Respekt vor den Toten und Rücksichtnahme auf die Angehörigen will ich an dieser Stelle weder bewerten noch spekulieren. Auch die politische Debatte soll an dieser Stelle nicht einfach über die persönlichen Schicksale gelegt werden, um diese zu überdecken.

Die verletzten Soldaten sind mittlerweile auf dem Weg ins Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus (BWZK).

Um allerdings die Rahmenbedingungen der Kämpfe in der gefährlichen Provinz Char Darrah (bei den vielen verschiedenen Schreibweisen haben ich mich für die Einheitlichkeit entschieden) etwas deutlicher zu machen, will ich auf das unten angehängte Video verweisen. Die Kämpfe am Karfreitag waren sicher um ein Vielfaches schwerer als in dem Video, doch geben die Bilder einen Eindruck von der Unübersichtlichkeit des Geländes und der vielen Rückzugsmöglichkeiten für die Aufständischen. Im Afghanistanblog von Boris Barschow findet sich zudem ein weiteres Video, dass eine Fußpatrouille in der Region zeigt.

Hintergrund: Beide Filme wurden von einem sogenannten EKT gedreht. Dieser „Einsatz-Kamera-Trupp“ gehört zur Operativen Information – einer Medienfachgruppe der Streitkräftebasis, die in Mayen und Koblenz stationiert ist. Das EKT begleitet die Bundeswehr in Einsatzgebieten, um Material für eine bessere Lagebeurteilung zu sammeln, aber ebenso, um den Einsatz für die Öffentlichkeit zu dokumentieren.

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15 Gedanken zu “Wie der Einsatz in Char Darrah aussieht

  • 7. April 2010 um 12:56
    Permalink

    Jede Menge Meinungen zur Bundeswehr in Afghanistan.
    Im Internet nachlesbar.

    Nachfolgend ene Meinung, die man im Internet nicht so einfach findet:

    „PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

    NR. 0388
    Datum: 7. April 2010

    Königshaus: Runter vom Feldherrnhügel

    Zur aktuellen Debatte um die Ausrüstung der Bundeswehr im Auslandseinsatz erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Sicherheitspolitik:

    Der designierte Wehrbeauftragte Königshaus verwechselt sein künftiges Amt mit einem Feldherrnhügel. Sein Vorschlag, schwere Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 in Afghanistan einzusetzen, zeugt von Unkenntnis. Das bescheinigt ihm auch das Heer, wenn es darauf hinweist, dass der Leopard 2 in Afghanistan aus geografischen Gründen überhaupt nicht einsetzbar ist.

    Nicht nur Königshaus, auch andere Politikerinnen und Politiker haben sich in den letzten Tagen mit detailreichen Fachvorschlägen in die Ausrüstungs-Debatte eingemischt. Die Bundeswehr benötigt keine überflüssigen Ratschläge von selbsternannten Hobbyfeldherrinnen und –feldherrn, sondern eine echte Strategie, konkrete Zielvorgaben und klare Rahmenbedingungen seitens der Politik. Wer als Politikerin oder Politiker über den Einsatz von Mörsern, Kampfhubschraubern, Artillerie und Kampfpanzern philosophiert, betreibt hingegen Aufgabenvermischung. Das gilt es zu vermeiden.

    (c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

    Auch darüber könnte man diskutieren.

    Gruß Stefan

  • 7. April 2010 um 10:43
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    Ich vermute mal, der Beitrag von Herrn Lausmann bezieht sich auf mich den Nörgler.

    „Schauen Sie in die Zeitung“.
    Also ich habe in die Süddeutsche geschaut, die ich aktuell beziehe.
    Einen Link zu dem was die Lokalzeitung RZ schreibt können Sie ja auch mal einstellen.

    Was mit dem üblichen Hohn gemeint ist, ist mir unklar.
    Aber statt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, könnten wir schon so konstruktiv kritisch formulieren wie das Dietmar Brück vergemacht hat?

  • 7. April 2010 um 09:35
    Permalink

    Wie so oft, kann ich dazu nur sagen: Schauen Sie heute in die Zeitung. Aber auch darauf haben Sie nur den üblichen Hohn vorzuweisen.

  • 7. April 2010 um 07:20
    Permalink

    Hier tut sich auch nix mehr?

    Alle wissen, dass unsere Jungs mit mangelhafter Ausrüstung „Krieg“ führen – aber keiner will drüber reden.

    Kritik höchstens an den Leuten, die Kritik zu „populistisch“ üben?

    Und vielleicht bringt ein freier Journalist gerade mal ein Werbevideo der Bundeswehr – statt mal einen Militärpfarrer zu Wort kommen zu lassen?

    Gott erhalte uns die heile Welt in unserem Kopf?
    Egal ob bei Bundeswehr oder Kirche?

    😀 Und weg mit den Nörglern! 😀

  • 6. April 2010 um 13:32
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    Nun nehmen Sie etwas mehr Munition mit:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687345,00.html

    Tut mit Leid wenn ich das ganze etwas plump sehe:
    aber irgendwie kommen mir gerade wieder die Bilder von vor 2 Jahren in den Kopf, als unsere Jungs sich mit Totenkopfschädeln fotografieren ließen.

    Um so wichtiger, dass hier mal neben dem Militär auch mal ein geistlicher Betreuer zu Wort käme.

    Aber neben der Waffenlogistik scheint ja womöglich auch die menschliche Betreuung verbesserungswürdig?

    Was funktioniert überhaupt noch???

    Sorry – ich würde natürlich trotz allem an einen sauberen, gerechten usw. Krieg bzw. Aufbauoperation glauben!

  • 6. April 2010 um 13:13
    Permalink

    Das mit den fehlenden bzw. fehlerhaften Fahrzeugen ist ja wohl wahr.

    Der Vergleich Fahrzeug – Mensch ist sicher plump.
    Aber scheint auch nicht ganz an den Haaren herbeigezogen
    Ebenso der Hinweis, dass wenn Politikerkinder dabei wären sich wohl schon mehr getan hätte.

    Ist doch schön dass da einer Wahrheit plump sagt – dann kann man sich über Plumpheit aufregen und braucht sich nicht der Wahrheit stellen.

  • 6. April 2010 um 10:19
    Permalink

    Ich bedaure, dass ich ihre plumpen Provokationen nicht unterstützen konnte.
    Und Sie wundern sich, dass sich hier niemand auf Ihr Niveau begeben will?

  • 6. April 2010 um 06:47
    Permalink

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687332,00.html

    Da wird geklagt, dass Fahrzeuge fehlen und nicht genug ausgebildet wird!

    Vielleicht sollte man mehr Fahrzeuge statt mehr Menschen nach Afghanistan schicken!

    Und vor allen Dingen mal ein paar Politikerkinder – die dann die Mängel ihrem Papa mitteilen und der sich dann schneller kümmert.

    Wahnsinn!

  • 6. April 2010 um 06:40
    Permalink

    1. Dass Minen „auch wegen der Bevölkerung geräumt“ werden – ist sicher ein schöner Bundeswehrwerbespruch. Aber so richtig rübergekommen ist der nicht!

    Dann könnten doch eigentlich bei jedem Räumeinsatz auch einige Lokalpolitiker dabei sein!

    2. „Eine Reihe von Fahrzeugen ist durch Kämpfe beschädigt“.

    Minenräumung also ohne Schutz, Kämpfe aus den Autos??

    Auf jeden Fall danke für Ihre Rückmeldung – überzeugen kann sie mich wenig (ich bin allerdings auch kein „Militär“).

    Ansonsten dreue ich mich wenn demnächst mal ein unter die Haut gehendes Blog mit/von einem Militärpfarrer hier kommt.

    Gruß Stefan

  • 5. April 2010 um 20:32
    Permalink

    Die Rechnung „sichere Fahrzeuge = gesicherte Soldaten“ geht so leider nicht auf.Wenn man Vertrauen schaffen will, wenn man ausbilden will, wenn man Kontakt zu den Menschen haben will, geht das nur außerhalb des Fahrzeugs. Die Minen werden schließlich nicht nur wegen der Patrouillen, sondern auch wegen der Bevölkerung geräumt. Damit begibt man sich automatisch in Gefahr.
    Absolute Sicherheit gäbe es nur zuhause – aber wie lange?

    Zu den Dingos: Eine Reihe von Fahrzeugen ist durch Kämpfe beschädigt. Repariert wird vor Ort, wenn die Ersatzteile da sind und wenn das Fahrzeug danach wieder sicher ist. Gerade wegen der Sprengkraft der Fernzündbomben, darf es da keine Kompormisse bei der Ausbesserung geben. Wenn es nicht dort möglich ist, kommt der Wagen nach Deutschland zu Instandsetzung.
    Fahrzeuge die bei schweren Anschlägen besonders stark beschädigt wurden, werden in Deutschland ohnehin untersucht, um Rückschlüsse auf Material und Vorgehen der Angreifer zu gewinnen.

  • 4. April 2010 um 15:54
    Permalink

    http://www.zeit.de/newsticker/2010/4/4/iptc-bdt-20100404-250-24414798xml

    Also mangelnde Ausrüstung lässt Guttenberg für unsere Jungs in A. nicht gelten.

    Aber soll es nicht da zu wenige Dingos geben?
    Das sollen Minenschutzfahrzeuge sein – die die Soldaten schützen: die Soldaten brauchen vielleicht nicht aus den Fahrzeugen raus wie zur Zeit???

    Gerücht: die Dingos werden zur Zeit nur in Deutschland repariert (???).

    Herr Lausmann, nicht heute an Ostersonntag – aber möglichst bis Dienstagmittag ein paar aufklärende Fakten. Sie sind der Fachjournalist! Danke, LG Stefan

  • 4. April 2010 um 09:33
    Permalink

    hallo liebe Foristen

    hier habe ich einen interessanten und gleichzeitig erschütternden Beitrag gefunden

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=157128

    Liebe Bundesbürger in Uniform … Ihr alle habt unser Mitgefühl und Solidarität, wir teilen Schmerz und Trauer mit Euch, vielleicht mehr, als Ihr ahnt

    besinnliche Ostergrüsse

  • 4. April 2010 um 09:32
    Permalink

    Mal abgesehen davon, dass unsere Jungs fast nur mit Pfeil und Bogen arbeiten müssen während für den A400 usw. Geld wie Heu da ist – nun kritisiert auch der ehemalige Genralinspekteur Kujat diese unsere „Regierung“:

    http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan-einsatz-ex-generalinspekteur-erhebt-vorwuerfe-gegen-berlin_aid_495660.html

    Regierung bitte zurücktreten!

    Unter SPD/Grüne wäre sicher nicht alles 100prozent besser – aber es wäre besser!

    Wir wollen unsern alten Schröder wieder haben. 😀

  • 3. April 2010 um 19:50
    Permalink

    Jetzt hätte ich gerne ein Blog mit einem Militärgeistlichen.
    Das bekommen wir sicher die nächsten 2 Wochen nicht – weil die jetzt genug zu tun haben.

    Aber so wie ich den guten Herrn Lausmann kenne, hat er auf meinen Tipp diesbezüglich die letzten Woche da schon was erstellt was er jetzt nur noch aufbereiten muss.

    Ansonsten zwei friedliche Ostertage.

    Und schön dass hier im Blog-Forum gut administriert wird – im Unterschied zum neuen RZO-Forum in dem wieder die alten Probleme auftauchen. Wenn Ihr hier mal eine Spende für eine Notlage braucht, dürft Ihr gerne nachfragen!

  • 3. April 2010 um 15:03
    Permalink

    Danke, dass Sie angesichts der aktuellen Lage ein Blog schreiben, Herr Lausmann!

    Was sollen uns die Toten des Karfreitags sagen?

    Vielleicht: der Halbkrieg ist nur unter Opfern zu gewinnen, vor denen wir eigentlich zurückschrecken sollten?

    Es ist so ähnlich wie Vietnam 1975 – kurz vor dem Schnellabzug der Amerikaner??

    Und was macht der Herr Verteidigungsminister?
    Der schreibt wohl gerade seine Rede für den Untersuchungsausschuss in 2 Wochen, warum er unschuldig ist und so??

    Liebe Grüße
    Stefan

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