Post und andere Geheimnisse

Feldpost

Dann, wenn man auf Fortbildung ist, passieren immer die meisten Dinge. Dann kommt man nach einigen Stunden aus dem Seminarraum und denkt: „Wow, die Kollegen haben die halbe Seite mit : ,Deinem‘ Thema zugepflastert – Du hast nichts beigesteuert und außerdem weißt Du plötzlich gar nicht mehr, worum es geht und wie der Stand ist.“ Einziger Trost: Das Seminar zur Zukunft der regionalen Tageszeitungen war es wirklich wert!

Doch kurz vor Toreschluss kam dann zumindest noch ein Anruf, der mich in die Materie zurückholte. Eine ehemaliger Unteroffizier der PSK (heute Operative Information) hatte sich einige Gedanken über die systematisch geöffnete Post gemacht und war zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen:

Den Grund sieht er in den Feldpostsammlern. Die sind nämlich auf die Stempel aus den einzelnen Feldlagern scharf. Also schicken sie mit ihrer Adresse beschriftete Umschläge ins Einsatzgebiet. Die Soldaten dort wollen den Sammlern einen Gefallen erweisen, pappen eine Marke drauf und wieder ab in den Briefkasten. Nun ist also ein leerer Brief unterwegs, den allein der Stempel wertvoll macht.

Doch dann kommt das Problem, spekuliert der Ex-Soldat: Da sind leere Umschläge unterwegs und einige Menschen werden misstrauisch und öffnen den Umschlag, weil sie versteckte Codes vermuten.

Ich muss sagen, dass ich einigermaßen überrascht war. Aber es gehört zum Wesen des Journalisten, dass er erstmal alle Möglichkeiten in Betracht zieht. Aber bei Abwägung der Fakten, würde das nur einige wenige Ausnahmen gelten können. Was wäre mit den Paketen? Und wie groß ist der Anteil der Sammlerpost wirklich?

Nun, die Ermittlungen von BMVg und Wehrbeauftragtem werden hoffentlich Klarheit bringen. Auch zu den Fällen auf der Gorch Fock und dem Unfall am afghanischen Außenposten.

Am Samstag ist  in Koblenz eine hochkarätige Tagung mit Minister und zahlreichen Goldträgern. Mehr als 200 Leute vom Fach. Ich bin mir sicher, dass die Gespräche ertragreich werden.

(Deshalb ist dieser Blogbeitrag auch eher als Übergang zu betrachten.)