Schneller als die Wasserpolizei erlaubt

Zur Einstimmung nach dem Urlaub mal ein wenig aus dem Innenleben einer Redaktion: Eben flatterte eine Einladung der EU-Flotte „Operation Atalanta“ auf den Tisch. Die bekämpft seit rund einem Jahr die Piraten vor Somalia – und wird es auch im kommenden Jahr tun. Das Thema hat also Potenzial.

Also genauer reingeschaut, was der „Medien Tag“ im italienischen Tarent zu bieten hat. Die Ziele sind im Anschreiben bereits klar umrissen:

Informationen über die Operation vor Somalia. Ebenso die Möglichkeit mit dem Vizekommandeur der Operation, dem deutschen Flottillenadmiral Thorsten Kähler, zu sprechen. Und auch mit dem kommenden Chef, einem Italiener sowie dem Flaggschiff-Kommandanten sowie der Crew der „ITS ETNA“.

Doch das Teufelchen steckt im Detail – und das ist diesmal der Zeitplan. Aufgeschlüsselt zum Genießen:

9.30 Uhr: Ankunft

10 Uhr: Start der Pressekonferenz

10.30 Uhr: Kaffeepause

10.45: Interviews

11 Uhr: Ende

Das kann man wohl kompakt nennen – ein ganzer Medientag in 90 Minuten. Beim Fußball mag das funktionieren. In diesem Fall, werde ich aber wohl von der Reise an den Absatz des italienischen Stiefels absehen. Wie sollte ich das auch den Kollegen erklären können?

4 Gedanken zu “Schneller als die Wasserpolizei erlaubt

  • 26. November 2009 um 11:28
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    Wie wärs, wenn man den „Planern“ ihren „ZeitplanUnsinn“ mal unter die Nase reibt. Solche Zeitverschwendung dürften wir uns in D. nicht leisten. Oder das war Vorsatz, damit niemand kommt.

  • 26. November 2009 um 08:25
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    Herr Lausmann, ich stimme Ihnen zu!

  • 25. November 2009 um 23:07
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    Lieber Stefan,
    Sorry, für das Problem mit dem Spamfilter. Bisher liefen Sie immer einwandfrei durch.
    Aber: Chef hin oder her. Es gehört natürlich auch zu meinem Job, abzuwägen, was Sinn ergibt und was nicht. Und dieses Terminkorsett ist absoluter Blödsinn. Was dort erzählt wird, kann auch komprimiert als Papier herausgegeben werden. Davon abgesehen wird für An- und Abreise Zeit verschwendet, die wir woanders sinnvoller einsetzen können. Und am wichtigsten: Das ist grober Unfug gegenüber der Natur und demjenigen, der die Reisekosten trägt. Also kurzum Kappes!
    Und zu den Flüchtlingen: Die warten leider nicht auf deutsche Journalisten am Strand, um ihre Geschichte zu erzählen. Da müsste man schon ein wenig mehr Zeit investieren.

  • 25. November 2009 um 20:43
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    Es soll Chefs geben, die das trotzdem genehmigen.
    Schauen Sie sich doch dann vielleicht dort noch etwas um in Sachen „Meeresflüchtlinge“ – die ja teilweise auch aus Somalia über Libyen nach Europa flüchten?

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