Neue Vögel für die Flugbereitschaft

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Guttenberg und die Challenger - diesmal bei einem geplanten Stopp im Kosovo. Foto: dpa

„Zwischenstopp in Kiew – zumindest die Frisur sitzt“, spottete mancher im vergangenen Frühjahr in Anlehnung an eine Haarspray-Werbung. Immerhin, denn während der Verteidigungsminister optisch einwandfrei funktionierte, bockte sein Gefährt, die betagte Challenger-Maschine der Flugbereitschaft. Auf dem Weg nach Afghanistan war ein unfreiwilliger Zwischenstopp in der Ukraine dazwischen gekommen. Durch ein Leck in der Nähe der Bremsen war Flüssigkeit ausgetreten und hatte für mächtig Qualm gesorgt. Mit Übernachtung, denn es dauerte einige Stunden, bis  die benötigte Ersatzmaschine eingetroffen war.

Und das ist in den vergangenen Jahren kein Einzelfall gewesen. Auch Kanzlerin Merkel kam zu einem EU-Gipfel zu spät, weil die Technik streikte und eine Zwischenlandung nötig war. Ärgerlich – aber absehbar. Denn die Luftflotte der Regierung ist heillos überaltert. Die zwei VIP-Airbus A310 („Konrad Adenauer“ und „Theodor Heuss“) stammen sogar noch aus DDR-Beständen (hießen damals natürlich anders). Erich Honecker schaffte sie an – kurz bevor er selbst den Abflug machte. Und die Challengers sind sogar noch älter.

Die Modernisierung ist also längst überfällig, will Merkel ihre Minister nicht in regelmäßigen Abständen weltweit einsammeln müssen. Den ersten Schritt machte die Regierung vor wenigen Monaten als zwei Airbus A 319 angeschafft wurden. Vorteil: Reichweite bis Washington oder Peking. Nachteil: Kaum Platz, wenn mal mehr Personen als Büroleiterin Beate Baumann und Sprecher Steffen Seibert mitfliegen sollen. 44 Sitze reichen für eine richtige Delegation mit Sicherheitsleuten und Medienbegleitung kaum aus.

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Der Airbus A340-300 im Lufthansa-Gewand - die "Göttingen". Foto: dpa

Nun kommt also der große Vogel: Von der Lufthansa werden zwei Airbus A340-300 übernommen – die ehemalige „Leipzig“ und die „Gummersbach“. Deren modernere Version A340-600 hält immerhin den Langstreckenrekord (Lufthansa; Nonstop von München nach Santiago de Chile; 14 Stunden und 43 Minuten für 12.168 Kilometer) und hat Platz für 142 Passagiere und einige Extras. Welche das genau sind, will die Regierung nicht genau verraten. Aber es wird ein Schlafzimmer und einen Konferenzraum geben. Ein Raketenabwehrsystem sowie Störtechnologie soll Angriff von außen abschmettern. Die erste Maschine ist bereits übergeben, die zweite folgt im Sommer. Sie übernehmen die Namen der alten VIP-A310er.

Bleibt also das Sorgenkind Challenger. Der 32 Jahre alte Kanadier soll ab Herbst durch vier Global 5000, ebenfalls von Bombardier, ersetzt werden. Bereits nach dem unfreiwilligen Ukrainebesuch Guttenbergs hatte ich mit der Pressestelle der Luftwaffe gesprochen. Dabei kam folgendes rum:

  • Die erste Global wird im September 2011 ausgeliefert. Monatlich kommt dann bis Dezember eine weitere dazu.
  • Vor dem Einsatz kommt die militärische Einsatzprüfung mit „integrierter Nachweisführung“ und Musterzulassung. (Es kann also durchaus noch etwas dauern, bis der erste Minister in der Global um die Welt jettet.)
  • Sonderausstattung im Luftwaffe O-Ton: „Die Global 5000 wird über gesicherte Kommunikationsverbindungen, Freund- Feind Kenngeräte, sowie militärische Funk- und Navigationsergänzungsausstattung verfügen. Zusätzlich ist auch die Umrüstbarkeit für den Transport von Verwundeten, Unfallverletzten und Kranken vorgesehen. Diese Zusatzausrüstung wird im Rahmen der militärischen Musterprüfung und integrierten Nachweisführung durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, insbesondere die Prüfer des Güteprüfdienstes und der wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge und das Musterprüfwesen für Luftfahrtgerät der Bundeswehr auf ihre Funktionalität getestet und für den Betrieb im Luftfahrzeug zugelassen.“
  • Und dann noch ein offizielles Wort zu Challenger: „Die auftretenden Defekte liegen im Rahmen der für diese Luftfahrzeuge und eingesetzten Bauteile üblichen Zuverlässigkeit. Auffälligkeiten liegen hier nicht vor.“

Ausnahmen bestätigten zuletzt immer wieder die Regel.

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4 Gedanken zu “Neue Vögel für die Flugbereitschaft

  • 1. Januar 2011 um 21:02
    Permalink

    Nochmal eine Rückfrage an Manfred Engels:
    Können Sie mir erklären, nach welchen Kriterien die Lufthansa bei der Namensgebung für ihre Maschinen geht?
    Danke,
    PL

  • 1. Januar 2011 um 14:02
    Permalink

    Frohes neues Jahr allerseits!

    @Manfred Engels: Vielen Dank für die Hinweise, sind alle bereits im Text korrigiert. Dass die Namen an 600er weitergegeben wurden, war wohl mein Ausgangsfehler für die Versionen-Konfusion. In jedem Fall vielen Dank für die konstruktive Hilfe.
    @Wolfgang Machhausen: Ich bedaure, dass ich Sie mit der Überschrift so in Rage gebracht habe. Beim dritten Hinschauen teile ich Ihre Meinung, dass „Flugbereitschaft updated“ verbesserungswürdig ist. Ihre Variante „Luftwaffe updated“ hatte ich vorher verworfen, weil sie zu unspezifisch ist. Da Sie keinen konkreten Vorschlag gemacht haben, hoffe ich, dass Sie mit der jetzigen Version zufrieden sind. Und zu Ihrer abschließenden Frage: Einfach über die Überschrift hinaus lesen, dann beantwortet sie sich von selbst.

    Mit besten Wünschen für das neue Jahr,
    PL

  • 31. Dezember 2010 um 01:15
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    Luftwaffe updated ——————- Selten dämlicher
    Denglisch-Titel. Wäre unter Ramsauer durchgefallen. Können Sie auch
    Deutsch?

  • 31. Dezember 2010 um 01:15
    Permalink

    Hallo, hier eine Korrektur: Bei den zwei Flugzeugen für die
    Luftwaffe handelt es sich um zwei A340-300 und nicht um zwei
    A340-600. Das Bild zeigt übrigens keine A340-600 sondern eine
    A340-300. In diesem Fall Göttingen. Diese fliegt weiterhin bei LH.
    Die Namen Gummersbach und Leipzig wurden an zwei A340-600
    weitergegeben. MfG!

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